Eine Reise in die wirre Welt der schwarzen Magie .
von Ivana MARTINOVIC

Seit Urzeiten träumen wir davon, zaubern zu können. Doch Magie funktioniert natürlich nicht! Der Glaube daran konnte aber bis in die Gegenwart überleben. Das beweisen zahlreiche Websites im Internet, die sich mit weißer und schwarzer Magie beschäftigen und zahlreiche Fans anlocken.
Früheste schriftliche Quellen über Magie reichen in die Antike zurück. Vor der Entstehung der Schrift deuten Höhlenmalereien darauf hin, dass magische Zeremonien bereits in der Steinzeit vollzogen wurden.
Für die Kirche war schon die Anwendung von Heilkräutern
genug, um Frauen auf dem Scheiterhaufen zu töten. Schuld an deren Tod waren nicht selten Nachbarn, die für ihre schlimmen Schicksale oder Todesfälle Sündenböcke suchten und glaubten, Anzeichen erkennen zu können, warum die eine oder andere „Hexe“ schuld daran sei. „Ist die Kuh des Bauern verreckt, hat ihn sicher die Nachbarin verhext.“ Der Beweis für die Schuld wurde oft von gnadenlosen kirchlichen Anklägern mit magischen Erwartungen gesucht: „Ist sie eine Hexe, hat sie die Macht, sich vom Feuer zu befreien. Ist sie keine, stirbt sie auf dem Scheiterhaufen und beweist ihre Unschuld durch den Tod!“
Das Buch „Codex gigas“ hat den Ruf, das komplette geheime Wissen seit Anbeginn
der Schöpfungsgeschichte zu enthalten. Die Legende besagt, dass es ein Benediktinermönch mithilfe des Teufels in nur einer Nacht schreiben konnte. Deshalb wird es Teufelsbuch genannt und von Satanisten als ihre Bibel verehrt. Das Werk gilt als größte Handschrift des Mittelalters und befindet sich heute in der königlichen Bibliothek in Stockholm.
Das 6. und 7. Buch Moses wird immer wieder in den Internetforen zitiert und empfohlen. Darin sollen viele Gesundheitszauber und auch Rache- und Schadenszauber enthalten sein. Tieropfer kommen darin häufig vor.
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Probieren geht über Studieren, deshalb wollen wir nichts unversucht lassen, um die Absurdität von Magie zu beweisen. Ich versuche meinen Kollegen Mario lahmzulegen, und er weiß sogar davon.
Anleitung zum Ritual laut Internet:
„Schlag einen Nagel in einen in die Erde eingedrückten Fußstapfen. So wird die Person, zu der die Fußspur gehört, lahm.“ Mario sieht zu, wie ich den Nagel in den Fußstapfen stoße, und es passiert nichts. Auch Tage danach ist der Kollege bei bester Gesundheit und alles andere als lahm. Wenn allerdings in zehn Jahren ein Unfall passiert, könnte Mario glauben, dass ich daran schuld sei. Falls er es glauben will und einen Sündenbock für sein Unglück sucht.


Auf den Websites über Magie ist mir wirklich etwas mulmig geworden. Blut, Opfer, Zerstörung! Ich kann nur empfehlen, die Finger von solchen Büchern oder Seiten zu lassen. Diese Rituale wirken nicht. Man wird nur Opfer seiner eigenen Wahrnehmung, weil man daran glaubt. Sogar in der Wirtschaft spricht man von „sich selbst erfüllenden Prophezeiungen“: Glaubst du, dass etwas schiefläuft, arbeitest du darauf hin, dass es schiefgeht.
Ivana Martinovi