Crashkurs für den Kriegsfall

Selbst im Krieg ist nicht alles erlaubt. Das Rote Kreuz schaut darauf, dass
die „Regeln für den Krieg“ eingehalten werden. Günter Stummer hat Kriege
erlebt und berichtet darüber – auch in deiner Schule?

von Petra GRIESSNER

SchülerInnen beim Kurs

Krieg führen – darf man das eigentlich? Eigentlich nicht: Alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sind nach dem Völkerrecht verpflichtet, Angriffskriege zu „ächten“ – also zu unterlassen. Sogar die Androhung eines Krieges ist völkerrechtswidrig, und 191 Staaten haben dieses „absolute Gewaltverbot“ unterschrieben. Trotzdem sind heute weltweit mehr als 60 bewaffnete Konflikte im Gange. Aber auch in bewaffneten Konflikten gibt es Regeln und Grenzen: Das humanitäre Völkerrecht (HVR) schützt Menschen vor Unmenschlichkeit, beschlossen in den „Genfer Abkommen“.

Besuch vom Roten Kreuz

Was aber hat das mit dem Roten Kreuz zu tun? Das fragen sich die Mädchen und Burschen der 7A im Gymna­sium GRG 13 Wenzgasse in Wien. Günter Stummer vom Jugendrotkreuz ist für zwei Stunden zu Gast und gibt einen Crashkurs in humanitärem Völkerrecht.

Das ist eine Aufgabe des Roten Kreuzes: die Ver­breitung des HVR. Auch Militärs werden durch das Rote Kreuz geschult. In bewaff­neten Konflikten besuchen Rotkreuz-Mitarbeiter die Gefangenen. So können diese nicht mehr einfach „verschwinden“ und der Kontakt zu ihren Familien wird hergestellt.

„Wichtig das zu wissen!”

Charlotte, Lukas und ihre Mitschüler erfah­ren, dass Zivilisten, Sanitätspersonal, Verletzte und Gefangene durch das HVR geschützt sind. Verboten sind Waffen, die un­nötiges Leid oder massive Umweltschäden verursachen, wie biologische und chemische Waffen, Antipersonenminen und Brandwaffen.  „Ich find­’s wichtig, viel darüber zu wissen. Die Gesetze und Regeln sind eine gute Sache“, ist Alexander überzeugt.

Vor der Pause diskutiert Günter eine Dilemmageschichte mit der Klasse. Anhand der Geschichte von Kevin, dem Schläger, und seinem Opfer Michael kommt eine Diskussion in Gang. Fragen kommen auf: Warum wehrt sich Michael nicht, warum hilft ihm niemand, warum prügelt Kevin, und die dringendste Frage: Was ist die Lösung? „Es gibt nie nur einen Weg“, weiß Günter Stummer. „Es gibt verschiedene Arten zu helfen und eine Situation zu verbessern.“

Mehr über das Humanitäre Völkerrecht und den Crashkurs erfährst du in RedX Nr. 5 ab Seite 54. Jetzt bestellen!