Eine Nation feiert am Strom

Ein Hip-Hop-Festival in Greifenstein bei Wien schlägt hohe Wellen.

von Rainer ELSNER

Besucher von AmStrom

Rapper, DJs, Breakdancer und Street-Art-Künstler werden am 27. und 28. Mai 2011 das historisch-romantische Strombauamt Greifenstein direkt an einem malerischen Donauarm beleben. Mittlerweile geht „am strom“ weit über ein Familientreffen heimischer Hip-Hopper hinaus: „Jetzt, wo das ,am strom‘-Fest in der Szene ver­ankert ist, wollen wir auch jene Menschen ansprechen, die gar nicht ahnen, was für eine ausdrucksstarke Kunst Hip-Hop sein kann“, freut sich Organisatorin Franziska Zaida Schram­mel schon auf das Musikfest.

Mit der Gründung des Festivals wollte man 2009 ein Lebenszeichen setzen, erinnert sich Schrammel. Dass die Szene wächst und gedeiht, ist mittlerweile – „Kabinenparty“ sei Dank – jedem klar: „Damals ist es ja noch undenkbar gewesen, dass ein österreichisches Hip-Hop-Urgestein wie Skero gleich mehrere Amadeus Awards gewinnt.“ Das Programm von „am strom“ ist viel­fältig. So gibt es neben der großen Open-Air-Bühne einen Breakdance-Contest und frei zugängliche Graffiti-Flächen. Heuer werden auch Acts aus Deutschland und der Schweiz erwartet.

Das Hip-Hop-Genre ist im Mainstream angekommen. Sogar Politiker rappen. Und seit ein paar Jahren geistert das Thema „Gangster-Rap“ durch alle Magazine. „Das Bild, das die Medien von Hip-Hop zeichnen, ist katastrophal“, zuckt Rapper Kayo („I woa a amoi jung“) mit den Schultern. „Aber da muss man durch, wenn man möchte, dass Artists, die viel Herzblut in ihr Ding stecken, größere Wellen schlagen.“

Kayo wird bei „am strom“ sein lange angekündigtes Soloalbum präsentieren: „Der Zeitpunkt ist perfekt, ich glaub, das Warten hat sich gelohnt. Die Donau wird sich spontan aufstauen, um meinem Konzert zu lauschen.“