Das Kolosseum und die Kuppel des Pantheons bestaunen, über das Forum Romanum schlendern, Pizza und Gelati schlemmen und in der Modemetropole auf Shoppingtour gehen. Ein Wochenende in der ewigen Stadt – für weniger als € 100,–.

Von Daunenjacken und Wollmützen hab ich echt genug! Italienisches Flair, angenehme 20 Grad, ein Espresso in einem Straßencafé bei Sonnenschein: Ein Wochenende in Rom – das wäre genau das Richtige nach den Wintermonaten! Aber meine chronisch leere Geldbörse lässt keinen teuren Kurzurlaub zu. 100 Euro sind alles, was ich zur Verfügung habe – für das gesamte Wochenende, inklusive An- und Abreise. Unmöglich? – Das schaffe ich!
Kein Billigflieger kann samt Taxen und Fahrt von und zum Flughafen mit dem Angebot der ÖBB mithalten. € 29,– kostet ein Sitzplatz im EuroNight-Zug nach Rom. Zugegeben, bequem war die 13,5-stündige Fahrt von Wien nicht gerade. Geschlafen habe ich auch schon besser, aber was soll’s. Mit nur 15 Minuten Verspätung steige ich am Samstag um 9.20 Uhr in Rom auf dem Bahnhof Termini aus dem Zug. Die Sonne scheint, es hat laue 15 Grad, und ich bin bester Laune.
Rom ist ein Freiluftmuseum
Das Geld für die öffentlichen Verkehrsmittel spare ich mir, schließlich möchte ich ja die Stadt erkunden. Allein die Straßen Roms sind ein Erlebnis für sich: farbenfroh, laut, chaotisch, romantisch und immer einen Spaziergang wert. Rom ist ein einziges Freiluftmuseum: Kolosseum, Trevi-Brunnen, Forum Romanum – ein antikes Bauwerk beeindruckender als das andere. Mein erster Weg führt mich zum Pantheon (Eintritt frei). Es ist neben dem Kolosseum das bekannteste Wahrzeichen Roms. Besonders die Kuppel (die größte unverstärkte Betonkuppel der Welt) des 2000 Jahre alten Tempels fasziniert mich. Sie wird von gewaltigen, in den sechs Meter dicken Wänden der Haupthalle verborgenen Pfeilern getragen (siehe Video rechts).
Schlafen auf fremden Sofas
Jetzt ist es aber Zeit für ein klassisches italienisches Frühstück. Aus einer der kleinen Bars nahe dem Pantheon schlägt mir der herrliche Duft von frischem Kaffee entgegen. Ich bestelle Cappuccino und ein Cornetto (Croissant) für € 3,50. Noch ist es nicht ganz 11 Uhr, also ernte ich auch keine verächtlichen Blicke der Kellner (Italiener trinken ab 11 Uhr nur mehr Espresso).
Frisch gestärkt mache ich mich zu meiner Unterkunft auf. Gewählt habe ich weder eine Pension noch eine Jugendherberge. Nein, ich übernachte gratis. Das Zauberwort heißt Couchsurfing!
Was es mit dem Couchsurfing auf sich hat und wie mein Rom-Wochenende verlaufen ist, steht in der dritten Ausgabe von RedX ab Seite 61. Jetzt bestellen!
Laut Couchsurfing-Homepage gibt es derzeit 1,7 Millionen Mitglieder, die entweder ihre eigene Couch als Schlafplatz anbieten oder sich bei anderen um einen Schlafplatz „bewerben“. Etwa 70.000 Städte sind vertreten, mehr als 300 Sprachen sprechen die Couchsurfer. Die meisten stammen aus den USA, knapp 28.000 Österreicher sind registriert. Top-Besuchs-Location ist Paris, Wien liegt auf Rang 6.
