Im letzten Wanderzirkus Österreichs ist Alexander, einer der besten Jongleure Europas, der Star in der Manege.
von Robert DEMPFER

Es ist Mittag, und der Zirkus schläft. Balazs segelt nicht wie eine Fledermaus durch die weißen Strahlen der Scheinwerfer. Direktorin Elisabeth Schneller kündigt keine Tiernummern an. Und Alexander wirbelt keine Tennisschläger durch die Luft.
Es ist Mittag, doch der Zirkus ist hellwach. Balazs repariert auf der Wiese hinter dem Zelt einen Lastwagen. Die Direktorin telefoniert: Es geht schon um die Plakatwerbung am übernächsten Auftrittsort. Alexander grinst. Im Zirkus ist immer etwas zu tun. Er selbst ist gerade vom Einkaufen zurück: Lollis, Kaugummi, Eis, Popcorn – Sachen, um die kleine Zirkusbesucher ihre Eltern in der Vorstellungspause anbetteln werden. Der Zirkustag dauert lange, das Zirkusleben ist voller Entbehrungen.
Zwei Räder? Wozu?
Alexander Schneller (22) möchte trotzdem kein anderes haben. Schon als Bub wollte er immer das tun, was der Papa macht: Kegel und Ringe durch die Luft wirbeln. Auf einem Riesenball balancieren. Mit dem Einrad durch die Manege jagen – Zirkusartist sein! Als er zum ersten Mal vor Publikum steht, trägt er noch Windeln. Mit fünf macht er bei den Clown-Einlagen mit und beherrscht schon das Einradfahren. Das „normale“ Radfahren bringt er sich erst viel später bei – mit einiger Mühe. Zwei Räder? Wozu soll das denn gut sein?
Mit acht Jahren beginnt er zu jonglieren. Drei Keulen, drei Bälle, fünf Keulen, fünf Bälle, schließlich alles gleichzeitig ... Er ist ein Naturtalent, und er trainiert hart. Heute ist Alexander einer der besten Jongleure Europas.
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