Teste dich in schwierigen Situationen.
von Bettina WEIDINGER & Wolfgang KOSTENWEIN

Ein Bursche in unserer Klasse hat superreiche Eltern, ist in allen Fächern der Beste und trägt nur Markenkleidung. Er ist unbeliebt und versucht nicht, sich mit jemandem anzufreunden. Wenn es eine Klassenaktion gibt, macht er nie mit, und wenn wir geschimpft werden, verpetzt er uns. Ein paar aus meiner Klasse nehmen ihm beim Turnunterricht immer wieder Kleidungsstücke weg. Sie machen es so geschickt, dass sie nicht bemerkt werden. Er sagt kein Wort. Dann muss er nach der Turnstunde nach Hause fahren, um sich neue Kleidung zu holen. Oder er lässt sich von einer Angestellten seiner Eltern neue Kleidung bringen.
1. Ich sage den anderen, sie sollen diese Kleiderwegnehmaktion lassen. Sie bringen sich damit nur in eine schlechte Position. Er wird kaum kapieren, worum es uns geht. Ich möchte auch, dass wir mit den Beschimpfungen und Auslachaktionen aufhören. Ich schlage vor, dass wir ihm nach jeder Verpetzgeschichte ansprechen und ihn bitten, dieses Verhalten zu lassen. Wir wollen das so lange tun, bis er damit aufhört, auch wenn er es vielleicht nicht versteht. Sollten sich die anderen weigern mitzumachen, führe ich diesen Plan allein durch – ich bringe den anderen deshalb aber keine Verachtung entgegen und verhalte mich sonst auch so wie immer. Schließlich mag ich die anderen ja!
2. Ich finde sein Verhalten dadurch noch viel affektierter und überlege mir deshalb mit den anderen gemeinsam eine wirksamere Aktion. Der Typ regt mich einfach auf.
3. Ich habe Angst, dass die Situation eskaliert, und wende mich an eine Vertrauenslehrerin. Die kenne ich total gut und weiß, dass sie niemandem etwas von unserem Gespräch erzählen wird. Ich bitte sie, mich in dieser Situation zu unterstützen.
Alle Testfragen und die Auswertung findet ihr in der zweiten Ausgabe von RedX ab Seite 21. Jetzt bestellen!


Zum Weiterdenken
5 Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Oder doch?
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