Party mit Worten

Mit selbst geschriebenen Texten gegen andere antreten. Fünf Minuten lang. Vor Publikum. Das ist Poetry-Slam.

von Simone KREMSBERGER

Poetry Slam

Backsteinmauern, großformatige Bilder, schummrige Beleuchtung – und bummvoll. So sieht Freitagabend im Nuyorican Poets Café aus. In dem Lokal an der Lower Eastside fand vor 20 Jahren der erste Poetry-Slam in New York statt, und noch heute ist der Friday Night Slam beliebt.
Voll ist es auch in im rhiz, wenn der textstrom über die Bühne geht: einer der regelmäßigen Slams, die in Wien veranstaltet werden.

Poetry-Slam ist ein Wettbewerb
Die Kernregeln gelten hier wie dort: Die Slammer treten vor Livepublikum auf und gegeneinander an. Die Texte müssen selbst verfasst sein, ein Zeitlimit muss eingehalten werden und Requisiten oder Kostüme sind tabu. Ein Master of Ceremony (MC) moderiert, eine Publikumsjury bewertet die Texte und am Ende wird ein Sieger gekürt. Ein Poetry-Slam ist ein Wettbewerb – aber einer, der Spaß macht. Eine „Party mit Worten“, meint Slammerin Yasmin Hafedh.

Verliebt in Friedrich Schiller
Mit ihren 19 Jahren ist Yasmin schon ein alter Hase in der Slam-Szene. „Angefangen hat alles mit Friedrich Schiller“, erzählt sie. Mit 13 entdeckt sie den 1805 gestorbenen Dichter und verschlingt alle Bücher von ihm. „Ich hab mich dann in Schiller verliebt, weil der Typ ja so cool war.“ Yasmin beginnt selber zu schreiben: ein Theaterstück, Gedichte. Dann entdeckt sie den Slam und nimmt mit 16 zum ersten Mal selber teil. Schiller findet sie immer noch gut: „Wenn er heute schreiben würde, würde er auch slammen.“

Was Yasmin Hafedh noch so übers Slammen zu berichten weiß, erfahrt ihr in der zweiten Ausgabe von RedX ab Seite 34. Jetzt bestellen!